Im Detail 3 Min. Lesezeit
Durchsichtige Frösche: Ist der Glasfrosch wirklich durchsichtig?
Dreh einen Glasfrosch um, und du kannst sein Herz schlagen sehen. So viel von diesem winzigen Regenwaldfrosch ist wirklich durchsichtig – und das ist sein unglaublicher Schlaftrick.
Manche Tiere verstecken sich hinter Blättern. Der Glasfrosch versteckt sich, indem er halb unsichtbar ist. Schau ihn dir von unten an, und du siehst sein Herz pumpen, seinen aufgewickelten Darm und bei Weibchen manchmal sogar ein Bündel Eier im Inneren. Aber ist ein Glasfrosch wirklich durchsichtig, oder ist das nur gute Fotografie? Schauen wir genauer hin.
Was ist ein Glasfrosch?
Glasfrösche sind eine Familie kleiner Laubfrösche mit rund 150 Arten, die in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas leben. Die meisten sind nur 2 bis 3 cm (0,8 bis 1,2 in) lang, etwa so groß wie eine Weintraube. Sie verbringen ihr Leben auf Blättern über schnell fließenden Bächen und sind vor allem nachts aktiv.
Wie durchsichtig sind sie?
Teilweise. Von oben sind die meisten Glasfrösche limettengrün, manchmal mit kleinen Punkten, was ihnen hilft, mit den Blättern zu verschmelzen. Die Magie passiert unten: Die Haut am Bauch ist so klar, dass man die Organe darin sehen kann. Herz, Leber, Darm und Knochen liegen offen da, wie bei einem lebenden Anatomiemodell.
Von oben ein grüner Frosch. Von unten eine lebendige Anatomiestunde.
Warum durchsichtig sein?
Es ist Tarnung. Ein Glasfrosch, der auf einem Blatt ruht, lässt Licht durch die Ränder seines Körpers fallen, sodass sein Umriss mit dem Grün darunter verschwimmt. Ein Räuber, der nach einem froschförmigen Klecks sucht, sieht nur einen vagen Schatten. Teilweise durchsichtig zu sein, macht ihn überraschend schwer zu entdecken.
Der Schlaftrick
Blut ist das größte Problem jedes durchsichtigen Tiers. Rote Blutkörperchen sind nun mal rot und deutlich zu sehen. 2022 fanden Forschende heraus, wie Glasfrösche damit umgehen. Wenn sie einschlafen, ziehen sie fast alle roten Blutkörperchen aus dem Kreislauf und packen sie in ihre Leber, die mit einer spiegelartigen Schicht bedeckt ist.
Dadurch ist ein schlafender Glasfrosch zwei- bis dreimal durchsichtiger als ein wacher. Wacht er auf, fließt das Blut wieder heraus. Noch erstaunlicher: So viel Blut an einer Stelle zu speichern, würde beim Menschen gefährliche Gerinnsel verursachen, die Frösche machen das jeden Tag ohne Probleme.
Seltsam, aber wahrBei vielen Glasfroscharten übernehmen die Väter das Babysitten. Die Männchen bewachen die Eier auf den Blättern tage- oder sogar wochenlang, halten sie feucht und verjagen hungrige Insekten.
Leuchten Glasfrösche?
Vielleicht hast du im Netz Fotos von „leuchtenden Glasfröschen“ gesehen. Viele Amphibien schimmern unter UV- oder Blaulicht tatsächlich schwach, was man Fluoreszenz nennt – aber das ist ein besonderer Lichteffekt, kein Leuchten, das dir im Regenwald auffallen würde. Viele dieser leuchtenden Bilder sind außerdem bearbeitet.
Das Fazit
Ist der Glasfrosch wirklich durchsichtig? Nicht ganz, aber sein Bauch ist tatsächlich ein Fenster in seinen Körper, und sein Trick, das Blut zu verstecken, macht ihn zu einem der beeindruckendsten Verschwindekünstler der Natur. Mehr durchsichtige Tiere findest du in unserer Sammlung Durchsichtig.
Weitersagen


