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Warum hat der Anglerfisch ein Licht am Kopf?
In der stockdunklen Tiefsee knipst der Anglerfisch eine Lampe an und wartet. So funktioniert seine leuchtende Angel – und warum das Licht eigentlich gar nicht ihm gehört.
Stell dir vor, du angelst in einem Raum mit ausgeschaltetem Licht. So sieht das Leben eines Anglerfischs in der Tiefsee aus, 1.000 Meter (3.300 ft) oder mehr unter der Oberfläche, wo nie Sonnenlicht ankommt. Seine Lösung ist brillant, im wahrsten Sinne: eine leuchtende Lampe, die direkt vor seinem riesigen, zahnbewehrten Maul baumelt. Aber wie funktioniert sie, und warum braucht ein Fisch ein Licht am Kopf?
Eine Angelrute aus einer Flosse
Die „Antenne“ des Anglerfischs ist ein Flossenstrahl, der an die Kopfoberseite gewandert und lang und biegsam geworden ist. Forschende nennen die Rute Illicium und die leuchtende Kugel an der Spitze Esca, was auf Latein einfach „Köder“ heißt. Falls du dich also gefragt hast, wie das Licht des Anglerfischs heißt: Es ist eine Esca an einem Illicium. Versuch das mal dreimal schnell hintereinander zu sagen.
Das Licht gehört Bakterien
Jetzt die Überraschung: Der Anglerfisch erzeugt sein Licht gar nicht selbst. Die Esca ist ein kleiner Beutel voller leuchtender Bakterien. Der Fisch bietet ihnen ein sicheres Zuhause und Nährstoffe, und dafür leuchten die Bakterien. Eine lebende Lampe, betrieben von Mitbewohnern.
Junge Anglerfische haben anfangs keine Bakterien und nehmen sie offenbar aus dem umgebenden Meerwasser auf. Der Fisch kann das Leuchten auch steuern, etwa indem er die Kugel zusammendrückt oder die Durchblutung ändert. So kann er sein Licht blinken, dimmen oder zappeln lassen – wie ein Angler, der seinen Köder bewegt.
Der Anglerfisch macht sein Licht nicht selbst. Er mietet es von Bakterien.
Warum ein Licht dort unten so gut funktioniert
In der Tiefsee bedeutet Licht Futter. Die meisten Tiere dort leuchten selbst, also sieht ein kleines, bewegtes Licht wie ein lohnender Snack aus. Neugierige Fische und Garnelen schwimmen näher, um nachzusehen. Sind sie nah genug, reißt der Anglerfisch sein riesiges Maul auf und saugt sie ein – alles in Sekundenbruchteilen.
Futter ist so selten, dass sich der Anglerfisch keine Wählerischkeit leisten kann. Kiefer und Magen sind so dehnbar, dass er Beute bis etwa doppelt so groß wie er selbst verschlingen kann. Die langen, nach innen gerichteten Zähne sorgen dafür, dass nichts wieder herauskommt.
Seltsam, aber wahrNur weibliche Tiefsee-Anglerfische haben die leuchtende Angel. Die Männchen sind winzig und haben einen ganz anderen Überlebensplan, wie du in unserer Geschichte über die Liebe der Anglerfische erfährst.
Andere Lichtshows der Tiefsee
Der Anglerfisch ist nicht das einzige Tier mit Licht im Dunkeln. Der Vampirtintenfisch hat leuchtende Stellen am Körper und spritzt bei Gefahr eine Wolke aus leuchtendem Schleim, um Angreifer zu verwirren. Die Tiefsee ist voller Lebewesen, die mit Licht jagen, sich verstecken und Partner finden. Entdecke mehr davon in unserer Sammlung Leuchten im Dunkeln.
Das Fazit
Warum hat der Anglerfisch ein Licht am Kopf? Weil in einer Welt ewiger Nacht der einfachste Weg zum Abendessen ist, das Abendessen zu sich kommen zu lassen. Eine Flosse wird zur Angelrute, Bakterien werden zur Lampe: Viel cleverer – oder gruseliger – wird Evolution nicht.
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