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Im Detail 3 Min. Lesezeit

Der Fisch mit dem durchsichtigen Kopf: So sieht der Gespensterfisch

Ein Fisch mit einer durchsichtigen Kuppel als Kopf und leuchtend grünen Augen darin. Der Gespensterfisch sieht aus wie ein Raumschiff – und die Wissenschaft brauchte Jahrzehnte, um ihn zu verstehen.

Gespensterfisch, dessen grüne Augen durch den durchsichtigen Kopf zu sehen sind
Dieser Gespensterfisch zeigt seinen durchsichtigen Kuppelkopf und die leuchtend grünen Augen vor dem dunklen Wasser.

Stell dir einen Fisch vor, der statt einer Stirn eine klare Plastikblase hat, in der zwei leuchtend grüne Augen schweben. Klingt nach einer Requisite aus einem Science-Fiction-Film, aber den Gespensterfisch gibt es wirklich. Er hat eines der seltsamsten Gesichter der Tiefsee – und eines der rätselhaftesten.

Darf ich vorstellen: der Gespensterfisch

Der Gespensterfisch, Macropinna microstoma, ist ein kleiner Fisch, nur etwa 15 cm (5,9 in) lang. Er lebt im Nordpazifik in etwa 600 bis 800 Metern (2.000 bis 2.600 ft) Tiefe, in der „Dämmerzone“, in die nur noch ein schwacher Schimmer Sonnenlicht dringt. Er hängt fast regungslos im Wasser, die großen Flossen weit ausgebreitet.

Das sind nicht seine Augen

Schau dir sein Gesicht an, und du siehst zwei dunkle Punkte dort, wo du Augen erwarten würdest. Überraschung: Das sind seine Nasenlöcher. Die echten Augen liegen in der klaren Kuppel – zwei leuchtend grüne Röhren, die nach oben zeigen. Daher kommt auch sein englischer Name „Barreleye“, Tonnenauge.

Die Augen in seinem Gesicht sind unecht. Die echten sitzen in seinem durchsichtigen Kopf.

Ein Kopf wie ein Cockpit

Die Kuppel auf seinem Kopf ist ein durchsichtiger, mit Flüssigkeit gefüllter Schild. Er schützt die empfindlichen Augen wie die Cockpithaube eines Kampfjets. Jahrzehntelang wusste niemand, dass es ihn gibt. Gespensterfische wurden 1939 erstmals beschrieben, doch jedes Mal, wenn sie in Netzen hochgezogen wurden, ging der zerbrechliche Schild kaputt. Erst als Forschende in den 2000er-Jahren lebende Tiere mit Tiefseerobotern filmten, sahen sie den Fisch, wie er wirklich ist.

Wie sieht der Gespensterfisch?

Die Röhrenaugen sind hervorragend darin, das wenige vorhandene Licht einzufangen. Ihre grüne Farbe stammt von einem Pigment, das womöglich die letzten Reste Sonnenlicht herausfiltert, damit der Fisch stattdessen das Leuchten anderer Tiere erkennt.

Lange dachte die Wissenschaft, die Augen seien starr und blickten immer nach oben. Dann beobachteten Forschende 2009 einen lebenden Gespensterfisch und entdeckten, dass er seine Augen im Schild drehen kann. Er schaut nach oben, um Futter als Silhouette zu erkennen, und dreht die Augen dann nach vorn, um es im Blick zu behalten, während er hinaufschwimmt und zuschnappt.

Seltsam, aber wahrForschende vermuten, dass Gespensterfische Staatsquallen Futter stehlen – langen, nesselnden Kolonien quallenartiger Tiere. Der durchsichtige Schild könnte ihre Augen vor den Nesseln schützen.

Warum ein durchsichtiger Kopf?

In der Tiefsee dreht sich alles darum, zu sehen, ohne gesehen zu werden. Ein klarer Schild lässt den Gespensterfisch direkt durch seine Kopfoberseite schauen und hält die Augen dabei sicher. Ein so ungewöhnlicher Bauplan, dass viele Menschen nicht glauben wollen, dass die Fotos echt sind.

Das Fazit

Der Fisch mit dem durchsichtigen Kopf ist kein Photoshop-Trick. Er ist ein perfekt angepasster Tiefseespion mit eingebautem Cockpit und drehbaren Augen. Mehr Tiere, durch die man hindurchsehen kann, findest du in unseren Sammlungen Durchsichtig und Tiefseetiere.

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